Das Vulvakarzinom ist eine Tumorerkrankung der äußeren Geschlechtsteile der Frau (die großen Schamlippen, seltener die kleinen Schamlippen und der Bereich der Klitoris).
Vulvakarzinome machen etwa 5 % der Krebserkrankungen der weiblichen Geschlechtsorgane aus. In Deutschland erkranken pro Jahr etwa 2 von 100.000 Frauen. Die meisten Patientinnen sind älter als 60 Jahre.
Als Risikofaktoren kennt man Infektionen mit humanen Papillomviren 16 und 18. Chronisch entzündliche Erkrankungen von Vulva und Vagina erhöhen das Risiko zu erkranken. Auch immungeschwächte Patientinnen und Raucher haben ein erhöhtes Risiko.
Frühsymptome sind oft untypisch oder fehlen ganz. In einem fortgeschritteneren Stadium treten blutiger Ausfluss, wiederkehrender Juckreiz, rote, nicht heilende, nässende Stellen oder spürbare Knoten und Geschwüre auf.
Die Behandlungsformen des Vulvakarzinoms sind abhängig von der Lage, der Größe und dem Stadium des Tumors. Die favorisierte Therapie ist derzeit die vollständige operative Entfernung des Tumors. Bei größeren Tumoren müssen Teile, oder die gesamte Vulva entfernt werden (Vulvektomie).
Da die Operation zu äußerlichen Veränderungen der Genitalregion führen kann, sind Operationstechniken einzusetzen, die eine möglichst optimale kosmetische Wiederherstellung ermöglichen.
Die Notwendigkeit der Leisten-Lymphknotenentfernung ist sorgfältig einzuschätzen, ebenso ob diese beidseitig erfolgen muss. Bei kleineren Tumoren steht auch eine Wächterlymphknoten-Entfernung (Sentinel-Lymphonodektomie) als schonendes Verfahren zur Verfügung.
In bestimmten Fällen kann es notwendig sein, eine Strahlentherapie oder Kombination aus Chemo- und Strahlentherapie durchzuführen.